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Mode & KLIMA

Mode & KLIMA

Im Herbst 2019 sind 1,4 Millionen Menschen in Deutschland im Rahmen des globalen Klimastreiks auf die Straße gegangen, um sich für das Klima einzusetzen. In Berlin gab es einen eigenen „Mode-Block”. Was Mode & Klima miteinander zu tun haben? Leider sehr viel. Um die negativen Auswirkungen zu reduzieren müssen wir unsere Verhaltensmuster und unsere Konsumgewohnheiten auch im Bereich Mode überdenken und entsprechend ändern.

FAST FASHION FACTS

Vom ersten Moment der Herstellung bis hin zur finalen Entsorgung hat Fast Fashion einen XL-Einfluss auf das Klima. Die Textilindustrie ist Umweltverschmutzer No. 2. Böden werden durch die Pestizide beim Baumwollanbau verschmutzt und unnutzbar gemacht. Flüsse und Meere werden von den Abwässern aus Färbeprozessen & Co. verunreinigt. Zahlen gefällig? Wir sprechen hier von 20 Prozent der weltweiten industriellen Wasserverschmutzung.

„Schlechte Nachrichten:
Fast Fashion killt das Klima.“

60 Prozent aller Kleidungsstücke enthalten Polyester, die in Form von Mikroplastik die Tierwelt in den Ozeanen bedrohen. Von 8,3 Millionen Tonnen Polyester im Jahr 2000 hat sich die Polyesternutzung auf ca. 21,3 Millionen Tonnen (157 Prozent) in 2016 erhöht. Schlechte Nachrichten: Die Jeans ist das schmutzigste Kleidungsstück von allen. Mindestens 7.000 Liter Wasser werden bei der Produktion einer Jeans benötigt – von den Chemikalien ganz zu schweigen. Diese Liste könnte man endlos fortsetzen.

„BAD News: Diese Liste
könnte man endlos fortsetzen.“

Aber was hat das mit uns zu tun? Sehr viel. Denn unser Konsumverhalten hat sehr große Auswirkungen auf genau dieses Thema: Der Absatz von Kleidung hat sich zwischen 2002 und 2015 nahezu verdoppelt. Deutsche Verbraucher kaufen durchschnittlich 60 Kleidungsstücke pro Jahr. Getragen wird Kleidung jedoch nur noch halb so lang wie vor 15 Jahren. Der Rest landet (oftmals ungetragen) auf inzwischen überquellenden Mülldeponien. Recycling? Ja, aber auch das hat seine Grenzen. Wir produzieren und konsumieren einfach zu viel.

„ACT NOW: Denn Klima geht uns alle an.“

Man muss kein Aktivist sein, um ein Zeichen zu setzen. Hier geht es um Bewusstsein, um Wertschätzung, um den Willen etwas zu verändern am eigenen Verhalten. Und jeder kleine Schritt zählt. Umsetzbar mit kleinen Dingen und im ganz normalen Alltag. Daher einige Tipps, die jeder umsetzen kann:

Mode & KLIMA

Etiketten lesen

Die wichtigste Information liefert der verwendete Stoff. Bio-Baumwolle, Modal, Piñatex oder Appleskin sind einige der natürlichen Materialien, die die Haut und die Natur schonen. Zertifizierte Materialien z.B. GOTS, OEKO-TEX® bescheinigen, dass keine giftigen Chemikalien verwendet wurden. Unbedingt Informationen zur Produktion auf der Website prüfen.

Qualität statt Quantität

Qualitativ hochwertige, zeitlose Kleidung bleibt länger im Kreislauf als billig produzierte schnelle Trendteile.

Mode reparieren

Knöpfe annähen, Hosensaum reparieren – wer das nicht selber kann, geht in die nächstgelegene Schneiderei. Klappt auch prima: Die ein oder andere ältere Dame (Kleinanzeigen oder nachbarn.de checken) freut sich über ein Extrahonorar. Einige Brands wie Nudie Jeans bieten einen (kostenlosen!) lebenslangen Reparaturservice. Wichtig: Textilien gehören NICHT in den Müll!

Mode gebraucht kaufen

Es muss nicht immer neu sein – Vintage- und Second Hand-Läden sind wahre Fundgruben und dankbare Abnehmer für ausgefallene Stücke und gut erhaltene Klassiker. Vorteil: Diese Kleidungsstücke und Accessoires bleiben länger im Kreislauf.

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Mode tauschen

Ehemalige Lieblingsstücke finden auf privaten oder öffentlichen Tauschparties begeisterte Abnehmer, ohne dass neue Ressourcen dafür benötigt werden. Gut zu wissen: Anlässlich der Fashion Revolution Week 2020 ist der größte Kleidertausch der Geschichte geplant.

Mode leihen

Kleidungsstücke zu leihen reduziert den ökologischen Fußabdruck um 70 Prozent. Fehlkäufe ausgeschlossen. Neue Styling-Inspirationen und cleaner(er) Kleiderschrank inklusive. Jetzt ausprobieren bei Stay Awhile und Unown.

Mode waschen

Ein nicht unerheblicher Teil des ökologischen Fußabdrucks entsteht beim Konsumenten. Unter anderem durch falsches Waschen und veraltete Waschgewohnheiten.

Kleines Wäsche 1×1: Wasche die Kleidung nicht öfter als nötig. +++ Biologisch abbaubares Waschmittel verwenden. +++ Waschmittel exakt dosieren. +++ Bei einer Waschtemperatur von 30°C statt 60°C werden 50 Prozent Energie gespart. +++ Luft- statt Trocknertrocknung +++ Aufhängen statt Bügeln (wenn möglich). +++ Wenn eine professionelle Textilreinigung nötig ist nach umweltfreundlichen Lösemitteln erkundigen.

Gut zu wissen: Waschkugeln, die das Waschmittel ersetzen oder zumindest reduzieren, helfen dabei, den Wasserkreislauf sauberer zu halten. Kleidersäcke (z.B. Guppy Friend) fangen das Mikro-Plastik bei synthetischen Stoffen auf.

Text: Elisa Gianna Gerlach

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