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Konsumverhalten während und nach der Pandemie

Studien besagen, dass sich unser Konsumverhalten während der Pandemie in Richtung Nachhaltigkeit positiv verändert hat. Susanne Barta hat im November 2020 anlässlich des GREENSTYLE Pop Ups auf der Biolife in Bozen mit Mirjam Smend über Verhaltensänderung, digitale Zukunft und die Realisierung eines Lieferkettengesetzes gesprochen.

Ob digitale Marketplaces die neuen Kaufhäuser werden?

Auch wenn sich die Online-Zahlen in den vergangenen Monaten positiv entwickelt haben, sieht Mirjam Smend die Zukunft des Modehandels nicht rein digital. Dass die Zahlen so unverhältnismäßig gestiegen sind, liegt daran, dass der stationäre Einzelhandel immer wieder schließen muss. Digital wird definitiv in unserer post-pandemischen Zukunft beim Konsumverhalten bedeutender sein als vorher, aber Brands und Konsumenten wünschen sich das analoge Einkaufen wieder zurück. Digital ist eine Erweiterung, aber Mode muss angefasst und erlebt werden. Und das kann digital nicht bieten.

Deutschland als Treiber in der nachhaltigen Ausrichtung der Mode.

Ein Lieferkettengesetz ist im Koalitionsvertrag verankert – die Umsetzung zeichnet sich immer mehr ab – Ausgang offen. Ob Deutschland diesbezüglich eine Vorreiterrolle innehat, sieht Mirjam Smend fraglich. Zum einen ist Deutschland nicht das erste Land mit entsprechenden Bestrebungen. Auch die Schweiz und Frankreich haben ein Lieferkettengesetz auf den Weg gebracht. Zum anderen deutet sich gerade eine Verwässerung an, die auf den Widerstand von Wirtschaftsverbänden zurückzuführen ist, die bei Einführung gesetzlicher Regelungen zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards einen Wettbewerbsnachteil für deutsche Unternehmen sehen.

Wie nachhaltig alles langfristig wird liegt am Konsumenten genauso wie an Industrie und Politik.

Die Pandemie hat dazu geführt, dass beim Thema Konsumverhalten Nachhaltigkeit in aller Munde ist. Ob nachhaltige Prozesse dadurch längerfristig gestärkt werden, liegt jedoch am Verhalten von Konsumenten genauso wie von der Industrie. Niemand kommt um das Thema Nachhaltigkeit herum – die Frage ist wie es insgesamt umgesetzt wird.

Transparenz auf allen Ebenen ist die wichtigste Strategie, um nachhaltige Prozesse voranzutreiben.

Niemand ist von heute auf morgen eine Eco Brand. Die Entwicklung in eine nachhaltigere Zukunft ist ein komplexer und langwieriger Prozess, der immer wieder mit dem „Nicht-Erreichen“ gesetzter Ziele verbunden sein wird. Damit gilt es genauso verantwortungsvoll umzugehen, wie mit der Transparenz entlang der Lieferkette.

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