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Mode aus Müll – Trash als Ressource des 21. Jahrhunderts

Die Auswirkungen der in den letzten zwei Jahrzehnten verdoppelten Textilproduktion auf Ressourcen und Deponien sind enorm. Deshalb setzt Anna Schuster, Co-Founderin des Londoner Labels JOA auf die Ressource Trash. Mode aus Müll. So geht es nicht weiter, sagt Anna Schuster, die neue, nachhaltige Wege im Design eingeschlagen hat. Zu sehen sind die Ergebnisse bei den Stücken, die sie unter eigenem Namen produziert und die sie ins Finale des Redress Award 2019 gebracht haben. Und beim Fashionlabel JOA, deren Mitbegründerin sie ist. Hier funktionieren Altkleider als Ausgangsmaterial für individuelle Einzelstücke.

 

 „The most sustainable practice is one that involves local making, reusing fabrics and clothes that are already made.”

Fakten gefällig?

Der Konsumdrang kennt keine Grenzen. In den Jahren 2000 bis 2016 hat sich die Menge der Textilproduktion weltweit verdoppelt. Im Jahr 2014 wurden erstmals 100 Milliarden Kleidungsstücke weltweit produziert. Die Bekleidungsindustrie erwartet eine Produktionssteigerung um weitere 62 Prozent bis 2030. Ob ihr das trotz Corona-bedingter Ausfälle gelingen wird? Daran zweifeln wir nicht. Der Normalbetrieb soll schnellstmöglich wieder aufgenommen werden.

Wie es zu der immer weiteren Textilproduktion kommen kann? Weil…

…Shopping heute ein Hobby ist.

…Mode immer billiger und billiger hergestellt wird.

…Mode zur Wegwerfware verkommen ist.

Jeder Deutsche kauft 60 neue Kleidungsstücke im Jahr. Das entspricht fünf neuen Kleidungsstücken pro Monat. Bis zu 40 Prozent unserer Kleidung tragen wir selten oder nie. Erst quellen die Kleiderschränke und dann die Deponien über. Schlechte Nachrichten: Kein europäisches Land produziert (laut Tagesspiegel) mit knapp fünf Kilogramm pro Einwohner mehr Textilmüll als Deutschland. Mehr als die Hälfte (57,1 Prozent) landet auf umweltschädlichen Deponien. Fast ein Viertel (24,3 Prozent) aller textilen Abfälle wird CO²-intensiv verbrannt. Lediglich 500 Gramm der 4,7 Kilogramm Kleidermüll pro Kopf werden laut einer Studie von Labfresh recycelt.

Ganz klar: Ein spannender Ansatz ist die Arbeit mit textilem Müll.

Das Londoner Label JOA hat die Nische des Postconsumer Waste für sich entdeckt, um Altkleider, die nicht mehr in Vintageshops verkauft oder umgeändert werden können vor dem chemischen oder mechanischen Recycling zu bewahren.

„Es wurde so viel Arbeit in die Herstellung des Stoffes gelegt, dass er eine zweite Chance verdient hat. Deshalb produzieren wie Mode aus Müll“

Anfangs wurden die Kleiderschränke von Eltern und Freunden „geplündert“. Inzwischen bekommt JOA jede Menge an Kleiderspenden dank eines Aufrufs im Fenster des Londoner Ateliers. Weitere wertvolle Ressourcen erhält das Trio über einen der größten britischen Vintage-Läden. Hier dürfen sich die Designerinnen aus dem gesamten Bestand der nicht verkauften Teile aussuchen, was sie für ihre Neuanfertigungen verwenden können.

„Margiela, Gaultier & Co. haben Upcycling auf den Laufsteg gebracht.“ JOA möchte, dass Upcycling kommerziell umsetzbarer wird.

Die Vorteile der Arbeit mit „Müll“? Jeder hat Zugang zu Altkleidern. Ein kreatives Umdenken durch das Nutzen bereits vorhandener Ressourcen. Die Teile, die bei dieser Art von Arbeit entstehen sind meistens Einzelstücke – Ausdruck der eigenen Persönlichkeit entspricht dem Zeitgeist…

Warum also warten? Mode aus Müll macht mächtig Sinn.

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