Tip me – globales Trinkgeld

Tip me

Sneaker-Label Ethletic tut es und das Jeans-Label DAWN Denim tut es jetzt auch. Was in Restaurants und Bars längst Teil eines gängigen und nicht wegzudenkenden Geschäftsmodells ist, versuchen die Gründer des Start-ups Tip me seit 2018 für andere Branchen zu etablieren. Mit einem Trinkgeld als Zeichen der Wertschätzung für diejenigen Menschen, die unsere Sneaker, T-Shirts, Jeans nähen.

Für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie kann Tip me nicht sorgen. Was die vier smarten Gründer*innen aber können. Mit einem einzigen Klick die viel zu geringen Löhne von Erstproduzenten, zumindest ein kleines bisschen aufbessern. Bei einem Mindestlohn von etwas mehr als 100 Euro pro Monat, kann ein weiterer Euro pro Monat einen großen Unterschied machen. Wenn der Konsument mitmacht.

Wie Tip me für den Käufer funktioniert?

Wer bei einem der teilnehmenden Onlineshops oder Brands einkauft, kann während des Bezahlvorgangs ein Trinkgeld zwischen einem und fünf Euro zusätzlich zum angegebenen Kaufpreis zahlen. Das so gesammelte Geld wird nach einem, mit der Produktionsfirma vereinbarten, Verteilerschlüssel zu 100 Prozent an das erste Glied in der Lieferkette – also an die Näherin oder den Näher selbst – weitergeleitet.

Tip me
Das eigene Werk in Saigon

Als Dankeschön und Wertschätzung für den von der Person genähten Pullover. Für die von ihm gefertigten Sneaker. Für das von ihm genähte T-Shirt.

Warum Tip me so wichtig ist?

Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona in produzierenden Entwicklungsländern wie Vietnam, Kambodscha und Vietnam sind massiv. Da globale Modemarken weltweit ihre Bestellungen gekündigt haben. Auch die Produktionsstätte des Jeanslabels DAWN Denim, das seit fünf Jahren in der eigenen Fabrik in Saigon, Vietnam produziert, steckt in der Krise. Deshalb haben sich die beiden Macher des Jeanslabels, das 2019 mit 100 von 100 Punkten im Brand Performance Check der Fair Wear Foundation ausgezeichnet wurde, dazu entschieden ein Statement zu setzen und ein globales Trinkgeld für produzierende Mitarbeiter*innen der eigenen Factory in Vietnam eingeführt.

DAWN ist mit dem Ziel gestartet zu beweisen, dass eine gerechte Denim-Produktion möglich ist. Deshalb möchte die Brand über faire Arbeitsbedingungen hinausgehen. Und die Kund*innen direkt mit den Menschen hinter dem Produkt verbinden. Hier mehr über DAWN Denim erfahren oder direkt zum Online Shop gehen

Tip me Tipster @ Ethletic

Mit dem weltweit ersten Sneaker mit Fairtrade-Gütesiegel hat ethletic eine neue Ära der Nachhaltigkeit gestartet. Seit einiger Zeit setzen die ethletic-Pioniere ihre Initiativen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Näher*innen in Pakistan mit tip me fort. Jede*r Dritte nutzt diese neue Möglichkeit bereits.

Gerade jetzt legen wir unseren Kunden tip me besonders ans Herz. In Ländern wie Pakistan gibt es kein soziales Netz und keinen doppelten Boden zur Absicherung. Jobverluste bedeuten einen Sturz ins Bodenlose. Unserer Community ist das sehr bewusst und sie spendet derzeit sogar verstärkt über tip me, auch ohne eine Bestellung zu tätigen. Das ist beeindruckend.“ – so Marc Solterbeck, CEO von ethletic. Mehr erfahren über Tip me und ethletic

Fashion Revolution 2020 – jetzt erst recht

Fashion Revolution 2020

Große Modemarken haben seit Beginn der Corona-Krise bereits fertiggestellte sowie laufende Produktionen und Bestellungen in Höhe von rund 1,5 Milliarden US-Dollar in mehr als 1.000 Bekleidungsfabriken alleine in Bangladesch storniert. Zahlungen werden eingestellt. Die Auswirkung auf die am Prozess beteiligten unterbezahlten Bekleidungshersteller sind gravierend. Ein soziales Sicherheitsnetz gibt es nicht.

Umso wichtiger, dass Fashion Revolution  2020 stattfindet. Groß. Laut. Digital. Und mit der Aufforderung an die entsprechenden Modemarken, Verantwortung zu übernehmen, ausstehende Zahlungen, um die Arbeitnehmer in ihrer Lieferkette zu schützen.

***Aktuelle Termine***
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Fashion Revolution 2020
Parents for Future

Obwohl Fashion Revolution ein Ende des Überkonsums fordert, zeigt sich gerade, dass angesichts des Corona-bedingten Produktionsstopps die am schlechtesten bezahlten Personen in der Modeversorgungskette am härtesten getroffen werden.

In rund 1.089 Bekleidungsfabriken wurden aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus Bestellungen im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar storniert. Viele Fabriken wurden auf unbestimmte Zeit geschlossen. Millionen haben aufgrund des Virus bereits ihre Arbeit verloren. Einige Arbeitnehmer erhielten weniger als ein Monatsgehalt Abfindung. Viele andere haben überhaupt nichts bekommen.

Fashion Revolution 2020
© Fashion Revolution by Sustainable Fashion Matterz

Was für eine Welt wir nach dem Ende dieser Krise sehen wollen?

Wenn wir nichts tun, wird die Modebranche einfach wieder wie gewohnt arbeiten, wenn alles vorbei ist. Auch wenn wir hinter verschlossenen Türen sitzen, social distancing das Gebot der Stunde ist: Unsere Stimme können wir immer noch nutzen, um #WhoMadeMyClothes zu fragen und die Modemarken dazu auffordern, Verantwortung zu übernehmen, ausstelehende Zahlungen und getätigte Bestellungen zu erfüllen, um die Arbeitnehmer in ihrer Lieferkette genauso zu schützen wie ihre eigenen Mitarbeiter, insbesondere während der aktuellen globalen Krise.

#whomademyclothes. Be part of Fashion Revolution 2020

Dreht in der Woche von 20. bis 26. April Eure Kleidung auf links, zeigt Euer Etikett und schießt ein Selfie. Anschließend das Bild auf Instagram posten: Das entsprechende Label taggen und die Frage #WhoMadeMyClothes stellen. Einige Labels reagieren darauf. Und die Antwort dürfte überaus spannend sein!

Mehr erfahren auf der Fashion Revolution Website

© Header: Fashion Revolution by Sustainable Fashion Matterz, Andrea Heinsohn

FASHION REVOLUTION TERMINE 2020

 

#HAULTERNATIVE Guide

In der Fashion Revolution Week sollte die  größte Swap Party aller Zeiten stattfinden. Krisenbedingt funktioniert das leider nicht statt. Unser Tipp: Jetzt den #HAULTERNAIVE Guide  lesen und Tipps für alle zukünftigen Swaps holen. Jetzt reinschauen>>>

Fashion revolution 2020


21.4.2020

19 Uhr
Instagram Live-Talk

Die Macher von DAWN Denim sprechen mit Ariane Piper | Fashion Revolution Germany über ihre Mitgliedschaft in der fair Wear Foundation, Open Factory Days und die nachhaltige Denim-Produktion in ihrer Fabrik in Saigon

Jetzt folgen: @fashrev_de @dawndenim


22.4.2020

Insta Takeover by Fashion Revolution Hamburg
Nach der XL-Demo im letzten Jahr hatten die Hamburger Revolutionäre auch für dieses Jahr viel vor. Am 22.4. übernehmen sie den deutschen Fashion Revolution Instagram-Account und blicken mit uns hinter ihre Kulissen

Fashion revolution 2020

© Lena Scherer


23.4.2020

15 – 15:30 Uhr
Lesung: „Einfach Anziehend“
Ulrike Biller, Fashion Revolution Ambassador in Leipzig, stellt das Buch „Einfach Anziehend“, den Guide für alle, die Wegwerfmode statt haben, von Kirsten Brodde und Alf-Tobias Zahn vor. Hier geht es zum Facebookevent und hier zur Lese-Probe

Fashion Revolution 2020


24.4.2020

14 Uhr
Insta-Live: Ready to go! Schuhe bewegen… 
In der Sonderausstellung des Münchner Stadtmuseums wird die Geschichte von Schuhen und deren Bedeutung für die Gesellschaft aufgezeigt. Dabei spielt das Thema Produktion und insbesondere sozial und ökologisch nachhaltige Aspekte der Schuhherstellung eine wichtige Rolle. Am Fashion Revolution Day geben Georgina Phillips (Orte des Wandels) und Samira Nilius (be awear) in einer Instagram Live-Übertragung direkt aus dem Stadtmuseum Einblick in das wichtige Thema, welches zu Zeiten einer globalen Pandemie aktueller nicht sein könnte. Special Guest ist Sebastian Thies, Gründer von nat-2 und Meister nachhaltiger Schuh-Innovationen.

Live-Beitrag auf Instagram am Freitag, 24.4.2020 ab 14:00 Uhr unter @muenchnerstadtmuseum

Fashion revolution 2020

© Stadtmuseum München


15 Uhr
Fashion 4 Change – digital tour
Alexandra Achenbach (livelifegreen) und Samira Nilius (be awear) führen in einem virtuellen Rundgang durch Münchens Fair Fashion Szene: Wir besuchen verschiedene Akteure, die sich mit ihrem Label, Blog, Concept Store oder sonstigen Ideen für soziale und ökologische Gerechtigkeit in der Textilbranche engagieren.
Live-Beitrag und Stories auf Instagram unter @livelifegreen 
Aus: „Unser grünes München“, Alexandra Achenbach. Mehr erfahren>>>

15.00 Uhr
Instagram-Live Interview und Buchvorstellung
Marie Schwimmer (FairFashionLab Leipzig) und Vreni Jäckle (FashionChangers, Berlin) stellen das Buch „Fashion Changers – Wie wir mit fairer Mode die Welt verändern können“ vor. Zum teilnehmen: FairFashionLab Leipzig liken und ab 15.00 auf Instagram sein.

Fashion Revolution 2020

# Gute Luft – für ein besseres Morgen

Gute Luft

Was nach Corona kommt? Diese Frage ist gerade omnipräsent. Um diese Krise als Chance zu nutzen und um das neu gelebte menschliche Miteinander in die #postpandemicfuture zu retten, hat Holger Petermann von der Münchner Kommunikationsagentur THINK INC., die # GUTE LUFT Kampagne lanciert.

Für die Medien gibt es nur ein Thema: COVID-19. Eine Vielzahl anderer gesellschaftlich relevanter Themen sind in den Hintergrund getreten. Fridays for Future scheint vergessen. Greta Thunberg ist von der medialen Bildfläche verschwunden. Auch wenn nicht darüber berichtet wird: Die Abholzung des Regenwaldes geht weiter. Genauso wie der Klimawandel. Auch wenn diese Themen gerade nicht des öffentlichen Diskurses und – die Gesellschaft hat innegehalten. Ein Gespür dafür entwickelt, was vor Corona schief gelaufen ist. Konsum- und Verhaltensmuster werden überdacht. Diese positive Entwicklung gilt es in die Zukunft zu retten.

Konsum- und Verhaltensmuster werden überdacht.

Menschliches Miteinander und bewusstes Handeln sowie der Wunsch nach mehr Ethik und weniger Gewinnmaximierung stehen für Holger Petermann im Vordergrund seiner #GUTELUFT Kampagne. Die große Hoffnung, die der Kommunikationsexperte mit seiner Social-Media-Kampagne verbindet?

GUTE LUFT steht für das gesunde, faire und neu gelebte menschliche Miteinander.

Dass die Gesellschaft nach der Krise nicht in alte unachtsame Verhaltensmuster zurückfällt. Deshalb möchte er mit #GUTELUFT Menschen ermutigen, positiv in die Zukunft zu blicken. Mit dem persönlichen „gute Luft“ Moment, können wir andere inspirieren.

Anleitung zum viralen Erfolg für #GUTELUFT

  • Du entdeckst die Kampagne und teilst sie – mach einfach mit!
  • Mach Dein eigenes Motiv, nutze die Bausteine (siehe unten) und poste dies in Deinem Feed
  • Nutze den Hashtag #guteluft und tagge Deine Freunde, mit denen Du es teilen möchtest

Hier sind die Bausteine:

  • Wähle ein Bild
  • Integriere den Begriff GUTE LUFT und unterlege ihn in Blau
  • Übernehme den Basistext: Mein Bekenntnis zur Verantwortung und meine Haltung. Für ein solidarisches Miteinander auch nach Corona.
  • Hashtag #guteluft oder #goodair
  • Tagge  Freunde und share Deine Motive – denn davon gibt es unendlich viele.
  • Für Repostings: @thinkinc.communications und @holgerpetermann verlinken

Lockdown Aufzeichnungen

Lockdown Aufzeichnungen

Stararchitekt Peter Zumthor, Klimaforscher Peter Kaser oder Oberalp/Salewa Präsident Heiner Oberrauch – jeder erlebt (genauso wie wir alle) die Corona-Krise auf seine Art. Jeder schreibt seine eigene Geschichte. Tag für Tag. Susanne Barta spricht mit ausgewählten Persönlichkeiten über den jeweiligen Corona-Alltag. In einem zweiten Moment wird sie eine weitere Gesprächsrunde führen, um zu erfahren, wie sich „Nach-Corona“ anfühlt und was ihre Gesprächspartner nun beobachten.

by Susanne Barta

Einblick in die Lockdown Aufzeichnungen

Einen ersten Vorgeschmack auf die 15-teilige Serie gibt es hier. Die gesamte Ausführung der Lockdown Aufzeichnungen von Susanne Barta finden sich auf franzmagazine

„Sehr positiv ist, dass man nachdenkt über die Welt. Die Erfahrung macht, es kann auch anders gehen. Gemeinschaft wird wieder wichtiger, Solidarität, Zusammenrücken in der Krise, sich umeinander kümmern. Das Kollektiv ist derzeit wichtiger als das Individuum. Das ist schön.“ Heiner Oberrauch (Bild) ist Präsident der Oberalp-Salewa-Gruppe und Vizepräsident des Südtiroler Unternehmerverbands

„Die Welt ist ein globales Dorf. Aber jetzt, wo vieles stillsteht, merke ich, in was für einem irrsinnig dichten Netzwerk von Abhängigkeiten, Verpflichtungen und Angeboten ich bis vor Kurzem gelebt habe. So kann es nicht weitergehen.“ Peter Zumthor, Startarchitekt

„Und ich bin erstaunt, wie vernünftig die meisten Menschen mit den Einschränkungen umgehen. Das schürt natürlich auch meine Hoffnung als Klimaforscher.“ Georg Kaser, Professor für Klima- und Kryosphärenforschung

„Es ist auch möglich, dass wir uns wieder mehr auf das Naheliegende, das Kleine beziehen werden. Globalisierung ist an sich eine gute Sache, aber nicht in ihrer frenetischen Ausführung. Auch das zeigt uns das Virus… Und ich fürchte, dass das auf das Klima einen eher negativen Einfluss haben wird. Man hört bei uns nichts mehr über Themen wie den Klimawandel oder die Flüchtlingskrise, es geht nur um Corona.“ Martin Langer war bis 2017 Primar für Anästhesie und Intensivtherapie in Mailand

„Es wird sicher große systemische Veränderungen geben, die wir bisher noch gar nicht absehen… Und dass man sich vielleicht auch überlegt, was mir soziale Kontakte wert sind. Welche sind mir so wichtig, dass ich nicht auf sie verzichten möchte. Und wo habe ich auch gemerkt in dieser Zeit der Isolation, des Rückzugs, dass ich auf sie verzichten kann.“ Marie-Luisa Frick, Assoziierte Professorin am Institut für Philosophie der Universität Innsbruck

„So schlimm sich das anhören mag, aber für mich ist dieses Corona-Virus wie eine Reißleine ziehen. Ich nutze diese Zeit, mich ganz bewusst auf meine Zeichnung zu konzentrieren. Das gibt mir Halt. Was mich also durch diese Krise tragen wird, ist meine künstlerische Arbeit.“ Gabriela Oberkofler, Künstlerin

Corona, Klima & globales Gemeinwohl

Optimismus und Pessimismus hat sich der renommierte Klimaforscher Georg Kaser abgewöhnt. Er kann nur über Chancen und Möglichkeiten sprechen. Und die wären? „Aus dem, was gerade passiert, können wir viel lernen. Hier geht es um globales Gemeinwohl.“

Georg Kaser verbringt seine Homeoffice-Zeit in Karthaus im Schnalstal in Südtirol. Jeden Tag tauscht er sich aus mit seinen Kollegen, die auf der ganzen Welt verstreut sind.

„Der Klimawandel ist um ein vieles größer und problematischer, als Corona es jemals sein wird.“

Auch wenn das Thema Klimawandel etwas von den medialen Bildschirmen verschwunden ist, wird hinter den Kulissen intensiv gearbeitet, um so schnell wie möglich wieder ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, wie es um unsere Welt steht und was wir zu erwarten haben, wenn nicht gegengesteuert wird.

„Die Corona-Krise hat uns rücklings überfallen und war plötzlich da. Die Klimakrise steht für die meisten Menschen noch vor ihnen, obwohl der Klimawandel schon begonnen hat.“

Denn da sind sich die Experten einig: die Herausforderungen der nächsten Jahre werden sehr viel größer sein, Corona ist allerhöchstens ein Vorgeschmack. „Wir können lernen aus dieser Zeit“, sagt Georg Kaser, „ich sehe Möglichkeiten, die sich gerade bieten, sehe aber auch die Komplexität. Es geht um nichts weniger als um globales Gemeinwohl.“

Moderatorin Susanne Barta über Georg Kaser

Susanne Barta, die das Gespräch mit Georg Kaser moderiert, ist mit dem Experten immer wieder in Kontakt. Sein Humor und sein unermüdlicher Einsatz für eine bessere Welt sind das, was ihn in ihren Augen, neben allen wissenschaftlichen Verdiensten, besonders auszeichnet.

Wir freuen uns, Georg Kaser bei einer der nächsten Ausgabe der GREENSTYLE conference live auf dem Podium begrüßen zu dürfen.

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Fair Fashion @ Corona

„Die Situation ist extrem unübersichtlich und gefährlich,“ sagt Thimo Schwenzfeier, Show Director der NEONYT und spricht über Chancen und Risiken für die (Fair)Fashion Branche in (und nach!) Krisenzeiten. Denn die  Branche muss für die Zeit NACH Corona vorbereitet sein und dann – jeder auf seine Art – die bestmögliche Bühne bieten.

Eigentlich hatten wir Thimo Schwenzfeier für die Keynote zum Status Quo der nachhaltigen Mode auf der Conference-Bühne 4th edition vorgesehen. Mit der Corona-Krise hat das Thema nachhaltige Mode eine neue Richtung und eine andere Dynamik bekommen. Deshalb spricht Thimo Schwenzfeier im Video über die Auswirkung der aktuellen Situation auf die Fair Fashion Branche.

„Die Situation ist extrem unübersichtlich und gefährlich. Für die Mode-Branche. Und für die FAIR FASHION Branche.“

Als Show Director der NEONYT/Messe Frankfurt hat er DEN Einblick in die Branche schlechthin. Mit 220 Ausstellern hat die NEONYT im Januar die bisher größte Messe im nachhaltigen Bereich veranstaltet. Die Angst und Verunsicherung über die aktuelle Situation ist bei allen spürbar.

„Hier sitzen alle in einem Boot: Labels von der NEONYT genauso wie von der Innatex oder der Premium.“

Aber nicht nur bei Ausstellern ist die Situation bedenklich, denn die Berlin Fashion Week, die Ende Juni auf der Agenda steht, ist von der aktuellen Situation genauso betroffen. Wird sie stattfinden können? In welchem Umfang und mit welchen Formaten?

„Wir müssen für die Zeit NACH Corona vorbereitet sein und dann die bestmögliche Bühne bieten.“

Fragen, Anregungen etc. an Thimo Schwenzfeier
@thimo.schwenzfeier | @neonyt.berlin | neonyt@messefrankfurt.com

Mirjam Smend über Thimo Schwenzfeier

Als Show Director der weltweit führenden B2B-Messe NEONYT hat Thimo Schwenzfeier einen Einblick in den Handel, wie sonst wenige andere. Klar, dass wir uns an erster Stelle an ihn gewendet haben, als es darum ging, einen Einblick in die aktuelle Situation und einen Ausblick zum Thema „Fair Fashion und Corona“ zu geben.  

#bettertogether: Jetzt die Zukunft der GREENSTYLE retten

GREENSTYLE

Die 4th edition der GREENSTYLE munich konnte krisenbedingt nicht stattfinden. Die Absage kam am Tag der Veranstaltung. Alle Kosten sind entstanden. Das Einkommen ist ausgeblieben. Die Existenz des Events, das sowieso schon nach dem Motto Karma statt Cash funktioniert hat, ist bedroht. Deshalb haben wir auf Startnext eine Corona Hilfsaktion gestartet. Die ist am 20. Mai abgelaufen – spenden kann man aber trotzdem.

Locationmiete, Standbau, Möbel- und Personal- und Druckkosten für das GMUC book. Dazu kommt der Ausfall der italienischen Brands, die Corona-bedingt nicht teilnehmen durften. Kurz: Eine Veranstaltung mit 50 Brands und Konferenz mit 30 Speakern zu organisieren ist nicht nur eine Menge Aufwand. Das kostet auch eine Menge Geld. Auf der anderen Seite waren die Einnahmen durch die Absage entsprechend gering. Ganz abgesehen davon, dass die Absage weitere ungeplante Kosten verursacht hat. Das kann sich ein Start-up wie die GREENSTYLE nicht leisten.

Jetzt spenden, um die GREENSTYLE zu retten.

Unsere offizielle Spendenaktion lief bis zum 20. Mai. Hier haben wir 5.904 Euro von 83 Supportern gesammelt. Wir sind überglücklich zu sehen, wieviele Menschen an uns und unser Projekt glauben und uns in einer so schwierigen Zeit unterstützen. Trotzdem können wir aktuell die Kosten noch nicht decken.

Danke an alle, die unsere Aktion auf StartNext unterstützt haben.

Falls noch jemand spenden möchte:
Das geht natürlich auch jetzt noch

Mirjam Smend
GLS Gemeinschaftsbank eG
IBAN: DE46 4306 0967 8242 1123 00
Betreff: Spende

Was wir mit dem Geld machen (wollen)?

Zum einen müssen wir die Kosten der ausgefallenen 4th edition decken. zum anderen geben wir das Thema nicht auf. Deshalb setzen wir eine VIRTUAL GREENSTYLE auf. Wir sorgen weiterhin für Sichtbarkeit für die Eco Brands, die auf der 4th edition nichts ausstellen konnten. Und hier gibt es Konferenzthemen, News ü+ä##, der Community, von Aktivisten und Aktionen. Das kostet

#bettertogether: Jetzt spenden.

GREENSTYLE

#istayathome

#istayhome

#istayathome by Susanne Barta

Online-surfen zu Themen, die mir wichtig sind, gehört zum täglichen Tun. In dieser Corona-Zeit noch ein Stück weit mehr. Neben Kommentaren, Analysen und News zur weitweiten Pandemie schaue und höre ich mich mit großem Interesse um wie die Textilindustrie auf diese Krise reagiert. Und da tut sich gerade sehr viel.

Nachhaltigkeit in der Mode im Aufwind

Es wird geschrieben und gepostet und demnach vermutlich auch viel nachgedacht. Nachhaltigkeit in der Textilindustrie, in der Mode scheint an Stellenwert rasant zuzunehmen. Allein auf der Plattform für Industrie-Profis „Business of Fashion“ reiht sich Artikel an Artikel. Dass sich Nachhaltigkeit nicht darin erschöpft, ein T-Shirt aus Bio-Baumwolle herzustellen oder zu tragen, scheint sich herumgesprochen zu haben und mehr als bisher ins Bewusstsein der Unternehmen und Konsumenten zu rücken.

Nachhaltigkeit sollte ein Lebensstil sein.

Das geht uns persönlich an, jeden Tag. Ich kann mir vorstellen, dass wir durch Corona ein Stück weit mehr spüren und ein Gefühl dafür bekommen, wie nachhaltiger leben aussehen kann. Dieses Gefühl könnte uns dabei helfen zu verstehen, dass der Klimawandel genauso real ist wie Corona, aber, wie Experten betonen, in seinen Auswirkungen viel, viel schlimmer sein wird. Noch haben wir die Möglichkeit hier gegenzusteuern. Und ja, den guten Mut nicht zu verlieren.

Der Klimawandel ist genauso real wie Corona

Die nachhaltige Fashion-Community ist gerade sehr aktiv. Das ist sie sonst auch, aber Corona hat das Tempo nochmals erhöht. Die 4. Ausgabe des nachhaltigen Messe- und Konferenzformats GREENSTYLE munich zum Beispiel soll nun virtuell stattfinden. Mit Text-, Bild- und Video-Beiträgen. Die Plattform wird digital ausgebaut und so zu einer Drehscheibe der nachhaltigen Fashion-Szene.

Wer Zeit und Lust hat sich auch mehr mit dem Thema Textilproduktion zu beschäftigen, die Plattform „Good on you“ hat für die Corona-Zeit einiges interessantes zusammengestellt: Filme, Podcasts und Upcycling-Tipps für Kreative.

Mode vs. Corona: Atemmasken statt Mode

Atemmasken

Die Modebranche ist maximal von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen. Liefer- und Auslieferungsstops, Ladenschließungen – die Produktionsketten sind nicht mehr durchgängig, der Absatz kleiner, die Existenz vor allem der kleinen Brands gefährdet. Um Kurzarbeit, Entlassungen und Firmenschließungen entgegenzuwirken, stellen Traditionsunternehmen, Eco Brands sowie einige Fast Fashion Konzerne auf die Produktion von dringend benötigten Atemmasken um.

Eco Brand Support: Nachhaltige Brands, die Atemmasken produzieren, folgen in den nächsten Tagen. Ihr produziert Atemmasken und wollt hier gelistet werden? Bitte eine Mail mit Produktbild, Info und Link an info@greenstyle-muc.com

GREENSTYLE munich

IT’S ON YOU TO BE THE CHANGE – das war (und ist) der Claim der 4th edition der GREENSTYLE. Den haben wir auf 250 GOOD bags gedruckt, die wir vor Ort nicht verteilen konnten, weil wir die Messe/Conference krisenbedingt absagen mussten. Jetzt versuchen wir die Kosten mit einer Spendenaktion auf Startnext zu begleichen, damit wir auch in Zukunft unser Engagement für kleine Eco Brands und die nachhaltige Mode fortsetzen können. Für diese Kampagne sind keine Goodies vorgesehen. Aber Claudia Santiago Areal von Livalike hat aus unseren GOOD bags Atemmasken genäht. Die geben wir bei Spenden ab 50 Euro an unsere Unterstützer ab.

Jetzt die GREENSTYLE supporten

Atemmasken

thies 1856 ® und nat-2™ – 100% made in Germany

Masken sind den Schuhproduzenten thies 1856 ® und nat-2™ nicht fremd, da sie seit vielen Jahren auf Reisen durch Asien, diversen Epidemien wie SARS und damit dem Maskentragen begegnet sind. Jetzt haben die beiden Teams in kürzester Zeit zwei innovative, nicht-medizinische Maskenmodelle entwickelt, die in Kooperation mit bayerischen Schneidereien hergestellt werden. Für Modell 1 wird das von nat-2™ selbst entwickelte Material Biokeramik ® verwendet, das Dank verwebter Silberfäden und Keramikanteile antibakteriell, antistatisch und Klima regulierend funktioniert. Für Maske 2 wird aus hoch-technisches Filter-PES hergestellt, das sonst für Uniformen taktischer Spezialeinheiten der Polizei sowie für hochwertige Staubsaugerfilter verwendet wird. Der Preis von 19,95 Euro ist eine Mischkalkulation, bei der Privatkäufer Masken für Bedürftige wie Obdachlose und Schwerkranke vergeben werden. Hier bestellen

Phyne

Auch das Mannheimer Streetwear-Label Phyne leistet seinen Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Krise. Gemeinsam mit seinen Produzenten aus Portugal wurden Gesichtsmasken aus Bio-Baumwolle gefertigt. Doppelt gut: Der Behelfsmundschutz schützt nicht nur uns und unsere Mitmenschen – er unterstützt auch europäische Produzenten, die durch die Krise sehr stark von gestoppten Produktionsaufträgen betroffen sind. Auch bei dieser Aktion kommen die Statements der Eco Brand zur Geltung: „Protect what you Love“ und „Fearless Future“ haben vielleicht noch niemals vorher eine so passende Bedeutung gehabt. Der Stückpreis liegt bei 9 Euro. Außerdem erhältlich: Masken für Firmen und Onlineshops sowie individualisierte Masken (ab 250 Stück, Lieferzeit 2-3 Wochen). Hier bestellen

Atemmaske Phyne

Salewa

Eine der ersten Absagen für die GREENSTYLE Conference kam von Salewa. Das Südtiroler Unternehmen hat das Thema Corona von Anfang an sehr ernst genommen und einen Reisestopp für seine Mitarbeiter erlassen. Inzwischen hat die Oberalp-Gruppe ihre Textilproduktion ausgesetzt und produziert Atemmasken und Schutzbekleidung für Krankenhausmitarbeiter. Mehr zum Engagement von Salewa und die richtige Verwendung von (schnelltrocknenden) Schlauchtüchern als Atemmaskenersatz gibt’s hier

Mey

Vor zwei Jahren hat Wäscheexperte Mey sein 90-jähriges Jubiläum mit einer eigenen Kollektion und der Kampagne „Pay what you want“  gefeiert. Nachhaltiges und sozial verantwortungsvolles Handeln hat bei dem Albstädter Familienunternehmen Tradition. Anstelle von Dessous, Loungewear, Tag- und Nachtwäsche werden nun Atemschutzmasken gefertigt. Das erhält Arbeitsplätze und sorgt für dringend benötigten Nachschub der Mangelware. Verwendet wird bei der Produktion Baumwolle, die bei 90 Grad gewaschen werden kann und somit wiederverwendbar ist. Geliefert werden die Masken an Kliniken und medizinische Betriebe. Mehr über Mey erfahren

Eterna

Auch bei Eterna wurde eine krisenbedingte Umstellung auf die Produktion von Atemschutzmasken in die Wege geleitet. Anstelle von Hemden und Blusen werden im firmeneigenen Werk in der Slowakei dringend benötigte Masken produziert. Bereits am ersten Produktionstag konnten 13.000 Stück hergestellt werden. Ziel sind 25.000 Einheiten pro Tag. Damit können alle Mitarbeiter in Vollbeschäftigung bleiben. Aktuell dürfen die Masken nur in der Slowakei verwendet werden. Das Passauer Unternehmen arbeitet daran, eine bedarfsgerechte Auslieferung nach ganz Europa möglich zu machen und die Produktion auf weitere Schutzkleidungsteile zu erweitern. Mehr über Eterna erfahren

Fast Fashion goes Atemmaske

H&M arbeitet an einer Neuausrichtung seiner Lieferkette, um Schutzausrüstung herstellen und bereitstellen zu können. Die Schweden werden ihre Beschaffungssysteme und Logistik-Kapazitäten einsetzen, um eine schnellstmögliche Auslieferung zu ermöglichen. Auch die spanische Inditex Gruppe (Zara etc.) ist in die Produktion von Atemmasken eingestiegen, die sie den spanischen Behörden kostenlos zur Verfügung gestellt hat. 300.000 OP-Masken sollen zeitnah gespendet werden, die Krankenhäusern und Mitarbeitern des Gesundheitswesens zur Verfügung gestellt werden sollen.

Modespitze Plauen

Die Modespitze Plauen produziert in vierter Generation Plauener Spitze in Plauen in Sachsen. Seit 2016 wird GOTS zertifizierte gestickte Spitze gefertigt. Anstelle von Spitze entstehen hier aktuell Mund- und Nasenschutzmasken – die Produktion wird schrittweise hochgefahren. Die Masken bestehen aus zwei Lagen Baumwollgewebe und einer Lage hydrophoben und atmungsaktivem PE-Filter Vlies. Beides wird in Deutschland hergestellt. Die Masken sind kochbar und somit wiederverwendbar. Aufgrund der Kürze der Zeit haben wir keine Zertifizierung, aber durch den Vlies sind die Mundmasken wasserundurchlässig und bieten somit einen guten Schutz.

Atemmasken

Virtual GREENSTYLE: 4th edition goes digital

4th edition

Sonntag, 15. März 17 Uhr. In diesen Minuten wäre die 4th edition zu Ende gegangen. Dass die 4th edition gar nicht stattgefunden hat, ist uns immer noch nicht ganz bewusst. Wir wollten etwas verändern. Besser machen. Gemeinsam mit Ausstellern, Partnern, Besuchern die GREENSTYLE Vibes versprühen. Für nachhaltige Mode begeistern.

Das hat diesmal nicht geklappt. Wir mussten die GREENSTYLE absagen.

Uns ist absolut klar, dass nicht nur bei uns Corona-Schäden entstanden sind. Auch auf der anderen Seite. Und trotzdem haben wir die Mitleidsbekundungen und Hilfsangebote bekommen.

Deshalb an dieser Stelle: Wir danken unseren Freunden, unseren Familien, der Community, unseren Ausstellern, Partnern, Supportern für physische wie psychische Unterstützung.

So entsetzlich die letzten Tage für uns waren, es hat uns gezeigt, dass wir das Richtige tun. Und deshalb werden wir uns nicht in die Knie zwingen lassen. Nicht von der Textilindustrie, nicht von einem Corona-Virus. Wir machen (erstmal digital) weiter und zeigen Euch in den kommenden Wochen, was Ihr vom 13. bis 15. März im Isarforum nicht entdecken konntet.

GREENSTYLE 4th edition goes digital
In den kommenden Wochen feiern wir die 4th edition online.

Wir stellen Euch alle Brands vor, die bei der 4th edition dabei gewesen sind. Genauso wie alle Speaker. Natürlich darf unser wunderbares Team nicht fehlen, ohne das die GREENSTYLE gar nicht funktionieren würde. Am 5. Und 6. März haben wir die Looks für die Fashionshow geshootet – die stellen wir asap online. Genauso wir das GMUC book (140 Seiten!) – das werden wir als Blätter-Tool anbieten und in den kommenden Wochen (wenn sie wieder geöffnet sind) in den Fair Fashion Läden (siehe Green Fashion Tours) auslegen.

Das haben wir uns alle anders vorgestellt. Aber wir machen das beste daraus. Unser Engagement für nachhaltige Mode und eine bessere Textilindustrie weitergehen.

Wir bedanken uns bei allen Brands, Partnern, Medien, Freunden, Besuchern für das in uns gesetzte Vertrauen und den Support.

Mit revolutionären Grüßen,
*mirjam und Florens Smend