Versandkostenfreie Upcycling-Bags by Coa Coa

Upcycling-Bags

Aus ausrangierten Großsegeln fertigen Ursu und Ines für ihr Upcycling-Brand Coa Goa in Europa verschiedene Taschenmodelle für alle Lebenslagen. Von der Beautybag bis zum Weekender. Von cleanem Weiß bis hin zu sonnigem Gelb. Auf der GREENSTYLE wollten die beiden kreativen Macherinnen Euch alle mit ihren Upcycling-Bags kennenlernen.

Folgende Mail hat uns gerade erreicht und ist so schön, dass wir sie niemandem vorenthalten möchten:

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Liebe Greenstyler und Eco-Fashion Friends,

leider konnten wir uns bei der GREENSTYLE in München nicht treffen. Das finden wir sehr schade.

Jetzt sitzen wir alle im selben Boot und machen das Beste draus. Ich z.B. habe Bleistift und Pinsel wieder ausgepackt. Lange nicht benutzt, aber macht mega Spaß 🙂

ECO BRAND SUPPORT: Jetzt versandkostenfrei bestellen

Für alle, die uns in München auf der GREENSTYLE treffen wollten und auch für diejenigen, die einfach nur dringend eine unserer super schönen, leichten und praktischen Taschen haben möchten: Bis Ende April (30.4.2020) liefern wir OHNE Versandkosten.

Bestell einfach Deine Lieblings Coa Goa Bag mit dem Promo-Code flymetothemoon.

Alles Gute, Ursu & Ines

PS: Die ersten 10 Besteller*innen bekommen eine Coa Goa Zero Waste Bag, die für die GREENSTYLE als give away geplant waren 🙂

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Upcycling-Bags

GREENSTYLE-Tipp:

Den ersten und leider bislang einzigen Kontakt zu den Coa Goa Bags hatten wir beim Shooting für die Fashionshow-Looks. Unser Feedback: Das ganze Team war maximal begeistert von den unterschiedlichen Formaten, den sympathischen Farben und der Tatsache, dass diese Bags einfach ultraleicht beim Tragen sind. Und hey: der nächste Ausflug und die nächste Reise kommen ganz bestimmt.

Gobelin Stickerei by Anna Schuster

Stickerei

Anna Schuster, Co-Founder und Designerin der upcoming Labels JOA Fashion wollte ihre Upcycling-Bomberjacken auf der 4th edition der GREENSTYLE dem Publikum präsentieren. Im Panel MODE COMMONING wollte sie über das Universum der Alternativen und in ihrem Talk #trashionable über Müll als neuer Rohstoff des 21. Jahrhunderts sprechen. Das holen wir nach. Jetzt geht es mit Stickerei um ihre Art der Angstbewältigung

Sticken lautet Annas kreative Lösung gegen die Angst. Denn die begleitet uns ehrlicherweise alle. Jeden auf seine Art. Jeder geht damit anders um. DIY und Handarbeiten gegen die Angst? Macht Sinn. Denn wer schon mal gehäkelt, gestrickt oder genäht hat, weiß, wie schnell die Gedanken abschweifen. Eine andere Art der Meditation, die Geschicklichkeit und Geist trainiert und alte Techniken wieder aufleben lässt.

StickereiGobelin Stickerei: Handarbeiten gegen die Angst

Es ist kein Zufall, dass Unternehmen wie ‚Wool and the Gang‘ oder ‚We Are Knitters‘, die Strick- und Häkelsets verkaufen, florieren. Kunsthandwerk vermittelt ein Gefühl der Selbstverwirklichung, das die Arbeit an einem Laptop kaum bietet. Es erhöht die kognitiven Fähigkeiten, verbessert das Gedächtnis und die Körperkoordination.

Sticken statt Netflix und Instagram

Was heutzutage Netflix und Instagram für die Gesellschaft sind, waren für unsere Großmütter und ihre Mütter Stickereien und anderes Kunsthandwerk. Eine Beschäftigung, eine Ablenkung und eine Möglichkeit, Zeit mit Nachbarn und Freunden zu verbringen. Durch Nähen konnten sie Neuigkeiten, Fähigkeiten und Erfahrungen austauschen. Warum also nicht in Zeiten der Selbstisolation diese alten Techniken, die aus dem Alltag und den Wohnungen verschwunden sind, wieder aufleben lassen, als auch die Freizeit vor Bildschirmen zu verbringen.

Die JOA-Macherinnen haben Vintage Kits zusammengesammelt und zeigen durch Tutorials und Videos wie jeder selber sticken kann. Hier ausprobieren

Stick-Kit kaufen? Bitte eine Direct Message an JOA

#staythefuckhome and start #crafting

Mode vs. Corona: Atemmasken statt Mode

Atemmasken

Die Modebranche ist maximal von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen. Liefer- und Auslieferungsstops, Ladenschließungen – die Produktionsketten sind nicht mehr durchgängig, der Absatz kleiner, die Existenz vor allem der kleinen Brands gefährdet. Um Kurzarbeit, Entlassungen und Firmenschließungen entgegenzuwirken, stellen Traditionsunternehmen, Eco Brands sowie einige Fast Fashion Konzerne auf die Produktion von dringend benötigten Atemmasken um.

Eco Brand Support: Nachhaltige Brands, die Atemmasken produzieren, folgen in den nächsten Tagen. Ihr produziert Atemmasken und wollt hier gelistet werden? Bitte eine Mail mit Produktbild, Info und Link an info@greenstyle-muc.com

Salewa

Eine der ersten Absagen für die GREENSTYLE Conference kam von Salewa. Das Südtiroler Unternehmen hat das Thema Corona von Anfang an sehr ernst genommen und einen Reisestopp für seine Mitarbeiter erlassen. Inzwischen hat die Oberalp-Gruppe ihre Textilproduktion ausgesetzt und produziert Atemmasken und Schutzbekleidung für Krankenhausmitarbeiter. Mehr zum Engagement von Salewa und die richtige Verwendung von (schnelltrocknenden) Schlauchtüchern als Atemmaskenersatz gibt’s hier

Mey

Vor zwei Jahren hat Wäscheexperte Mey sein 90-jähriges Jubiläum mit einer eigenen Kollektion und der Kampagne „Pay what you want“  gefeiert. Nachhaltiges und sozial verantwortungsvolles Handeln hat bei dem Albstädter Familienunternehmen Tradition. Anstelle von Dessous, Loungewear, Tag- und Nachtwäsche werden nun Atemschutzmasken gefertigt. Das erhält Arbeitsplätze und sorgt für dringend benötigten Nachschub der Mangelware. Verwendet wird bei der Produktion Baumwolle, die bei 90 Grad gewaschen werden kann und somit wiederverwendbar ist. Geliefert werden die Masken an Kliniken und medizinische Betriebe. Mehr über Mey erfahren

Eterna

Auch bei Eterna wurde eine krisenbedingte Umstellung auf die Produktion von Atemschutzmasken in die Wege geleitet. Anstelle von Hemden und Blusen werden im firmeneigenen Werk in der Slowakei dringend benötigte Masken produziert. Bereits am ersten Produktionstag konnten 13.000 Stück hergestellt werden. Ziel sind 25.000 Einheiten pro Tag. Damit können alle Mitarbeiter in Vollbeschäftigung bleiben. Aktuell dürfen die Masken nur in der Slowakei verwendet werden. Das Passauer Unternehmen arbeitet daran, eine bedarfsgerechte Auslieferung nach ganz Europa möglich zu machen und die Produktion auf weitere Schutzkleidungsteile zu erweitern. Mehr über Eterna erfahren

Fast Fashion goes Atemmaske

H&M arbeitet an einer Neuausrichtung seiner Lieferkette, um Schutzausrüstung herstellen und bereitstellen zu können. Die Schweden werden ihre Beschaffungssysteme und Logistik-Kapazitäten einsetzen, um eine schnellstmögliche Auslieferung zu ermöglichen. Auch die spanische Inditex Gruppe (Zara etc.) ist in die Produktion von Atemmasken eingestiegen, die sie den spanischen Behörden kostenlos zur Verfügung gestellt hat. 300.000 OP-Masken sollen zeitnah gespendet werden, die Krankenhäusern und Mitarbeitern des Gesundheitswesens zur Verfügung gestellt werden sollen.

Eco Brand Support: Onlineshopping

Eco brand support

Kleine und mittelständische Unternehmen werden am härtesten von den wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Krise getroffen. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem eigentlich alle Zeichen auf Aufwind standen. Um kleine und mittlere Eco Brands durch die Krise zu retten hilft der jeweilige Onlineshop.

C&A schließt 1.300 Filialen in Europa, während Amazon 100.000 neue Mitarbeiter in den USA sucht, weil die Nachfrage nach Online-Lieferungen seit Ausbruch der Corona-Krise in die Höhe geschnellt ist. In dieser Zeit entwickeln sich Tendenzen mit zunehmender Geschwindigkeit.

Onlineshopping entwickelt sich stärker als erwartet. Eine Chance für  Eco Brands

Absatz über den Einzelhandel ist aus gegebenem Anlass aktuell keine Option. Zum einen haben die Modeläden vorübergehend geschlossen. Zum anderen können sich die meisten Brands in der Krisensituation die Händlermargen nicht leisten. Umso wichtiger ist der Ausbau der eigenen Onlineshops und der sozialen Medien, um nicht nur jetzt zu „überleben“, sondern auch um für die Zukunft gewappnet zu sein. Über reine Sale-Buttons und uninspirierte Corona-Nachlässe hinaus, haben sich viele nachhaltige Brands kreative Gedanken gemacht. Und die gilt es zu unterstützen. Gemeinsam.

Eco Brand Support: Gemeinsam durch die Krise dank Onlineshops. #bettertogether

GMUC-TIPP: Nichts kaufen, was man gar nicht braucht. Trotzdem sich den Eco Brand Support leisten? Einen lieben Menschen mit einem Geschenk überraschen oder die jeweilige Brand nach einem Gutschein anfragen, den man zu einem gegebenen Zeitpunkt einlösen kann.

Flagge zeigen: Chari-T Shirt von DAWN Denim

DAWN Denim hat ein Charity-Shirt entwickelt, um seinen Partnern durch die Krise zu helfen. 100 Prozent des aller Gewinne werden gespendet: 50 Prozent gehen an kleine, unabhängige Boutiquen und Stores, die DAWN führen und gerade um ihre Existenz fürchten. Mit der anderen Hälfte unterstützt DAWN eine bedrohte Bio-Baumwollfarm. Das Motiv? Die internationale Flagge des Planeten Erde, die der schwedische Künstler Oskar Pernefeld 2015 entwickelt hat. Voraussichtlicher Liefertermin: Mitte Juli 2020. Jetzt für 29 Euro vorbestellen.

Eco brand support
© DAWN denim

Free World Wide Shipping: Friends that Rhyme

Den „we are all one“ Ansatz verfolgen auch die Macherinnen Sabine und Nadine von Friends that Rhyme, die bis Ende März 2020 ihre farbenprächtigen Upcycling-Clutches kostenfrei auf den Weg in die Welt schicken. Hergestellt werden die uniquen Kunstwerke, die man übrigens auch mieten kann, aus Vintage-Obi-Gürteln. Hier die XL-Auswahl entdecken

Eco brand support
© Friends That Rhyme

Noch mehr Freiheit: Wildling Shoes

Auch die Minimalschuhe von Wildling shoes sollten Teil der 4th edition der GREENSTYLE sein. Das Free-your-Feet-Konzept der Brand aus Gummersbach soll niemandem vorenthalten werden. Denn unsere Füße degenerieren in den meisten herkömmlichen Schuhen nicht nur. Sie werden krank. Damit ausreichend Zeit zum Testen bleibt, verlängert Wildling die Retourenfrist bis auf weiteres auf 60 Tage. Obwohl: Wer sie einmal anprobiert hat, wird sie nicht mehr ausziehen. Aber sicher ist sicher 🙂 Hier die Freiheit für den Fuß entdecken

Eco brand support
© Wildling shoes

Slow Fashion first: Womom

Das Münchner Slow-Fashion-Label Womom reduziert als Vorsichtsmaßnahme das Betriebstempo. Deshalb kann es zu Lieferverzögerungen von zwei bis drei Wochen kommen. Um die Wartezeit etwas zu versüßen gibt das Slow-Fashion-Label mit den plakativen Statements 25 Prozent Rabatt auf seine Produkte. Slow-Fashion-Code: SLOWDOWN25. Hier in die Welt von Womom eintauchen

Eco brand support
© Womom

To be continued…

Weltwassertag: Mode & Wasser

Mode & Wasser

© Cherie Birkner # sustainablefashionmatterz

Wasser ist der wichtigste Bestandteil unseres Lebens. Diese kostbare Ressource ist leider endlich. In fünf Jahren werden 2,8 Milliarden Menschen in 48 Ländern keinen Zugang zu ausreichenden Mengen an Trinkwasser haben. Darauf macht neben ganzjährigen Kampagnen und Brands wie „Stop the water while using me“ und „Guppy Bag“ der jährliche Weltwassertag am 22.3. aufmerksam. Mode & Wasser ist und bleibt ein Thema für die Zukunft.

Was der Weltwassertag mit Mode/der Textilindustrie zu tun hat? Leider viel. Der Wasserverbrauch und die Auswirkungen der Textilindustrie auf die Umwelt sind enorm. Oder noch direkter: Die Textilindustrie vergiftet Flüsse und Trinkwasser. Besonders starke Belastungen entstehen beim Anbau und der Produktion der Rohfasern sowie die Textilveredlung. Ganze 20 Prozent des industriellen Abwassers werden der Modeindustrie zugeschrieben. Tendenz steigend.

Mode & Wasser: Was jeder Einzelne tun kann?

Repair: Textilien länger im Kreislauf halten

Buy less: auf Fast Fashion verzichten

alternative Konsummodelle entdecken: Mode kann man leihen (Stay awhile, Unown), tauschen (im Freundeskreis oder über Organisationen wie z.B. Green City), in lokalen Second Hand Stores oder online (z.B. VinoKilo) kaufen

Mode & Wasser: Was die Textilindustrie tun kann?

eigenverantwortlich Umweltstandards einhalten/setzen

Qualität statt Quantität

Re- und Upcycling

Mode & Wasser: Our Favorite Campaign
#WATERMATTERZ: EVERY T-SHIRT MAKES A DIFFERENCE

 Sustainable Fashion Matterz Gründerin Cherie Birkner hat auf ihrer Plattform die #WATERMATTERZ Kampagne gestartet, um anhand des Färbeprozesses eines T-Shirts den maximal negativen Impact der Modeindustrie auf die weltweiten Wasserressourcen und deren Qualität plakativ darzustellen und mehr Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen.

Kurzes Rechenbeispiel? Der Mensch sollte innerhalb von vier Jahren ca. 3000 Liter Wasser trinken. Das entspricht der Wassermenge, die für die Produktion eines einzigen T-Shirts benötigt wird.

2.700 l Wasser
=
1 neues T-Shirt
=
870 Second Hand T-Shirts

Lust auf wassersparende Mode?

Chloé VD | Seidenblusen und -kleider aus Vintagetüchern
Coa Goa | Taschen und Weekender aus alten Segeln
Dawn Denim | kreative Rettung der B-Ware durch Stickereien
Corvera Vargas | Arbeiten mit Leftovers
Friends that Rhyme | Clutches aus Vintage Obi Gürteln
JOA | Bomberjacken aus Postconsumer waste
Re-born shoes | Schuhe aus Autoreifen, Sonnen- und Liegestuhlbezügen etc.
The Renewery | Second Hand meets Upcycling sold on Instagram

Durch Leasing nachhaltiger und fairer Kleidung reduziert sich der Fashion-Footprint um 75 Prozent.

Stay awhile | Leihen ist das neue Kaufen
Unown | Lieblinsteile ab zwei Wochen

About Cherie Birkner, Founder Sustainable Fashion Matterz

Cherie Birkner ist ehemaliger Creative Director bei einem Fast Fashion Unternehmen, Modell, Fotografin, Aktivistin, Freigeist und Networkerin mit einem klar definierten Ziel: die Modeindustrie positiv zu verändern. Dafür hat Cherie 2017 Sustainable Fashion Matterz gegründet. Ihre Fotos von u.a. Fashion Revolution Days sind aus dem Netz nicht mehr wegzudenken, ihre Plattform vereint Game Changer jeglicher Couleur, listet Events, Brands (international), (Fair Fashion) Hashtags.

Gut zu wissen (Quelle: Greenpeace):

 Mehr als 90 Prozent unserer Kleidung stammt aus Asien.

Über zwei Drittel der Flüsse und Seen in China sind als verschmutzt klassifiziert.

Giftstoffe aus den Fabriken werden oft ungeklärt abgeleitet und können in Trinkwasser und Nahrung nachgewiesen werden.

Diese Schadstoffe schaden der Gesundheit.


Immer häufiger sind diese auch bei Mensch und Tier nachweisbar.

 

CHANGING THE FASHION GAME

© DAWN denim by Marlen Müller, Alexander Koerner, Getty Images for MBFW, nat-2

Von Rosenviscose bis Circularity – über diese Trends und Brands spricht (nicht nur!) die nachhaltige Fashionszene

Nachhaltige Mode verzichtet weitgehend auf Trends – zumindest auf optische. Hier geht es weniger um „Braun ist das neue Schwarz“ oder „Welcome back Flowers“ & Co. Circular Economy, Up-, Down-, Recycling sowie innovative Materialien für eine verantwortungsvolle Modezukunft sind die Themen, um die es sich in der nachhaltigen Modeszene dreht. Changing the Fashion Game

Noch nie war das Angebot an eco fair produzierter Mode so groß wie heute – auf den Runways von Berlin bis Mailand, bei den Big Bäng Awards von Amfar bis Oscar rund um den Globus genauso wie auf den konventionellen Modemessen in Berlin. Neben der NEONYT (Messe Frankfurt), der weltweit größten Messe für nachhaltigen Mode, die vor elf Jahren von Magdalena Schaffrin gegründet wurde und genauso lange schon die Nachhaltigkeit in ihrer DNA verankert hat, haben jetzt auch die konventionellen Messen das zeitgeistige Thema für sich entdeckt und verschiedene Formate auf die Agenda gesetzt.

Nachhaltige Mode ist gekommen, um zu bleiben.

Was sich im Januar 2019 angekündigt hat, hat sich konsequent fortgesetzt: Denn nachhaltige Mode ist gekommen, um zu bleiben. Und ist endlich für den Konsumenten auch leichter verfügbar durch großartig kuratierte Onlineshops wie staiy.com, thewearness.com und avantgardress.com

NEONYT

100 Prozent konsequent und immer schon in der DNA – die B2B-Messe, oder genauer gesagt der globale Hub für Fashion, Sustainability und Innovation. Der im Januar 2020 sein neues Zuhause im „Hangar 4“ in Berlin Tempelhof gefunden hat und noch nie so homogen hochwertig wie in dieser Saison war. 220 Brands haben alle Facetten der nachhaltigen Mode von Bio-Baumwolle bis hin zu innovativen Fasern (u.a. Lenzing, Rosenviskose von Like A Bird), Zertifizierungsprogrammen (z.B. OEKO-TEX) und Textilsiegeln (u.a. GOTS etc.) aufs Display gebracht.

„Die Neonyt sieht Nachhaltigkeit nicht nur als Modetrend, sondern als ganzheitlichen Innovationsprozess für die gesamte Branche.“ Olaf Schmidt, Vice President Textiles and Textile Technologies (Messe Frankfurt)

FASHION GAME
© Alexander Koerner, Getty Images for MBFW

NEONYT Show

Definitiv richtungsweisend und ein Highlight mit maximaler Strahlkraft ist seit Januar 2019 die Fashionshow der NEONYT, die inzwischen in der offiziellen Mercedes-Benz Fashion Week Schauen-Location gezeigt wird. Stylistin und Co-Gründerin des Fashion Council Germany Claudia Hofmann hat mit den Multi-Brand-Looks nationaler und internationaler Eco Brands in Serie Inszenierungen an den Tag gelegt, die ihresgleichen suchen. Das Ziel? Nachhaltige Mode auf ein internationales Level zu heben. Mit inhaltlich aufgeladenen Styles hat sie inzwischen drei Saisons in Folge die deutsche Magazin-Elite in die Front Row gespült und nachhaltiger Mode ein neues Image verpasst. Mission definitiv erfüllt.

FASHION GAME
DAWN denim by Marlen Müller

Die Denim-Offensive. Geht doch!

Ein wirklich wichtiges Thema, bedenkt man, dass die Denimproduktion der Umweltsünder Nr. 1 innerhalb der Textilindustrie ist. Die Weltbank schätzt, dass ganze 17 bis 20 Prozent der weltweiten Wasserverschmutzung aus dem Färben und Veredeln von Textilien resultieren. Dass das nicht sein muss, zeigen nachhaltige Denimbrands wie DAWN Denim, ONE OFF Sue, Mud Jeans, Wunderwerk und Goodsociety. Der optische Unterschied? Keiner. Die neoneuen Denims unterscheiden sich ausschließlich in der Art ihrer Produktion. Tausende Liter Wasser und Chemikalien sind bei der konventionellen Denim-Produktion nötig und gefährden Mensch und Natur. Smarte Detox-Kampagnen innovativer Denim-Brands zeigen, dass unser blauer Lieblingsstoff auch mit deutlich geringerem Impact auf Mensch und Natur produziert werden kann.

FASHION GAME
© Mud Jeans

Smarte Denim-Alternativen: Detox, Recycling & Co.

Bio-Baumwolle (z.B. Armedangels, hessnatur), recycelte Baumwolle und PET für #lowimpact Denim (z.B. DAWN Denim), zirkuläre Ansätze wie Leasing- (z.B. Mud Jeans), Repair- und Bring-back-Konzepte (z.B. Nudie Jeans) – die Liste für smarte Alternativen zur wasser- und pestizidintensiven Baumwolle lässt sich noch lange fortsetzen. GOOD news: Laufend kommen neue Brands und Capsule Collections auf den Markt, die mit technologischen Innovationen (z.B. Dry Ice by DD Garment Solutions) und anderen nachhaltigen Entwicklungen die Denim-Branche besser machen.

FASHION GAME
© Like a bird

Das neue Neu: Materialinnovationen, Circularity & Co.

Ein zentrales Charakteristikum der nachhaltigen Mode? Die Weiterentwicklung. Hier geht es nicht ausschließlich um „schön“ und um die Ästhetik. Hier geht es um ästhetische Alternativen, Innovationen und Lösungsansätze, die versuchen den Impact der Mode auf Mensch und Natur weiter zu reduzieren. Dazu zählen smarte Methoden Wasser zu sparen, den Färbeprozess zu optimieren, der Verzicht auf Pestizide und Chemikalien sowie innovative Materialien, die keine neuen Ressourcen verschwenden und natürlich die Weiterentwicklung in Richtung Kreislaufwirtschaft mit Themen wie Re- und Upcycling.

FASHION GAME
© Elsien Gringhuis, nuuwai

Algen, Heu und Müll: innovative Materialien

Heu, Pilze, Kaffee, Rosen, PET, Moos, Glas, Holz oder mit Skeleton Leaves eines Gummibaums sind die Materialien, die Sebastian Thies für sein immer wieder ausgezeichnetes Sneaker-Label nat-2 aus Garching bei München verwendet. Die spanische Brand Ecoalf hat seinen Sneakern aus recyceltem Meeresplastik (Obermaterial) eine Sohle aus Algen verpasst. Christina Bussmann produziert seit Jahren Taschen aus Piñatex (auch bekannt als ‚Ananasleder‘). Noch neuer: Kleider aus Rosenviskose, einem Material, das sich nicht nur gut auf der Haut anfühlt, sondern kompostierbar ist und Shirts aus Kaffeekarbon, das aus Abfällen der Kaffeeindustrie gewonnen wird (beides Like a bird).

Apfeltrester ist viel zu schade für den Biomüll. Hannes Parth, frumat

Cartina, ein spannender Stoff aus Recycling-Papier, den z.B. das Braunschweiger Taschenlabel Humour Noir für seine veganen Bags verwendet sowie Appleskin, produziert aus Apfeltrester, der beim Pressen von Äpfeln entsteht und als täuschend echter Lederersatz für Taschen (u.a. Nuuwai) funktioniert. Elsien Gringhuis arbeitet mit schmutzabweisenden Stoffen, die weniger oft gewaschen werden müssen. Manaomea arbeitet mit Stoffresten (u.a. AA Gold) und stellt daraus Stifte her.

FASHION GAME
Ecoalf

Des einen Müll, des anderen Textil

Nicht mehr ganz neu aber immer noch unglaublich wichtig ist das Thema Meeresmüll, das inzwischen in den unterschiedlichsten Kleidungsstücken und Accessoires einen sinnvollen Verwendungszweck gefunden hat. Neben Sneaker- und Backpack-Brands hat vor allem der Bereich Swimwear diese Meeresfunde für sich entdeckt und nutzbar gemacht. Brands die sich den Plastikmüll zunutze machen und damit ihren Beitrag zur Reinigung der Ozeane leisten sind u.a. Boochen, Mymarini, Margaret und Hermione.

Fashion Game
Pyua

The next big thing: Circularity

Nichts geht mehr ohne Circularity. Und das ist gut so. Denn in den vergangenen 15 Jahren hat sich das Produktionsvolumen der Modeindustrie verdoppelt. Das einzelne Kleidungsstück wird immer weniger getragen und schneller entsorgt. Gerade mal ein Prozent aller Textilien wird recycelt. Das muss sich ändern. Textilien müssen ins System zurückgeführt und wiederverwertet werden. Das deutsche Outdoor-Label Pyua entwickelt beispielsweise ausschließlich hochwertige Funktionsbekleidung aus bereits recycelten bzw. recyclingfähigen Polyester-Materialien, die sie zu 100 Prozent in einem geschlossenen Kreislauf verwerten können. Einen ähnlichen Ansatz in Bezug auf Denim verfolgt Mud Jeans. Dank zweier Investoren wird es der holländischen Jeansmarke, die aktuell bereits 40 Prozent recycelte Baumwolle verwendet, gelingen, vollständig zirkuläre Jeans aus 100 Prozent alten Jeans zu entwickeln. Bis dahin kann man Jeans weiterhin leasen und so den Kreislauf schließen.

Reduce, reuse, recycle.

The Change of Fashion is now – der Claim der NEONYT – ist so realistisch wie nie zuvor. Mit innovativen Konzepten und dem Bewusstsein, dass ein wie auch immer gearteter Wandel nicht nur unumgänglich, sondern erforderlich ist.

Deutschland hat sich laut Fashion Waste Index (Labfresh) Platz 10 unter den meist textilverschmutzenden Ländern Europas gesichert. Knapp fünf Kilogramm Textilmüll verursachen wir pro Kopf. Lediglich 500 Gramm davon sind recycelbar, bzw. 400 Gramm sind wiederverwertbar. Die restlichen knapp drei Kilogramm werden verbrannt (1,2 kg) oder landen auf der Mülldeponie. (2,7 kg). Heißt: „Buy less but better!“

Fashion Revolution @ Fridays for Future – 24. April 2020

Anlässlich des globalen Klimastreiks am 24.4.2020 organisieren wir als Fashion Revolution München einen Mode & Klima Block, um den Einfluss der Mode auf das Klima breit zu kommunizieren. Ihr seid herzlich eingeladen dabei zu sein und das Thema zu unterstützen. Zusammen sind wir lauter als alleine.

Fashion Revolution

Hintergrund: FashionRevolution wurde am 24. April 2013 anlässlich des Rana Plaza-Unglücks in Bangladesch ins Leben gerufen. Die Fashion Revolution Week findet vom 20. bis 26. April 2020 statt. Sie wird von einem globalen Movement organisiert, das zu einer fairen, nachhaltigen und umweltfreundlichen Modebranche aufruft. Aktionen finden weltweit das ganze Jahr über statt.

Weitere Informationen: www.fashionrevolution.org

GOOD news: Sustainable Wardrobe Workshop

Sustainable Wardrobe
© Daria Andronescu

Seit über zehn Jahren ist Daria Andronescu als Personal Shopper tätig und entwickelt multifunktionale saisonale Capsule Wardrobes für ihre Kunden weltweit. Dabei setzt sie auf eine eigens entwickelte Methode, die „Wonder Wardrobe“, die sie auf ihrer Homepage und in Youtube-Tutorials für jedermann zugänglich macht.

Vertieft wird das Wissen inklusive Anleitung in (kostenpflichtigen) Online Courses, die dabei helfen, individuelle, multifunktionale und gut organisierte Capsule Wardrobes zu kreieren und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Denn Teil des Konzeptes ist die wiederentdeckte Wertschätzung von Mode, die heute zur Wegwerfware verkommen ist. Daria Andronescu rät dazu, bessere und nachhaltigere Entscheidungen beim Kleiderkauf zu treffen und sie länger zu tragen.

Dass sie mit dem Ansatz einer reduzierten Garderobe, der wiederentdeckten Wertschätzung für Kleidungsstücke und der Beratung beim Finden des eigenen Stils richtig liegt, zeigt nicht zuletzt die Auszeichnung des nachhaltigen Online Magazins mochni.com, das Daria unter die sieben most powerful women der nachhaltigen Mode gewählt hat.

JETZT ANMELDEN: Auf der GREENSTYLE wird Wonder Wardrobe Gründerin Daria Andronescu einen einstündigen Sustainable Wardrobe Workshop geben. Sprache: Englisch.

***Workshop Description***
What if you found a way to see your clothes in new, exciting outfits? Daria’s professional stylist advice is distilled in this 1 hour workshop based on her successful online course, Wonder Wardrobe. It’s the right place to discover your ideal wardrobe size, do a wardrobe revision and make interchangeable outfits with clothes you already have.

Magdalena Schaffrin – Deutschlands Nachhaltigkeitsakteurin No. 1

Magdalena Schaffrin

Ganze fünf Monate hat es gedauert, bis ich Teil 1 des Interviews mit Magdalena Schaffrin online gestellt habe. Ja, so ist das in der Selbständigkeit, wenn man ein Start-up aufbaut und versucht die Welt zu retten.

Magdalena Schaffrin
Mirjam Smend und Magdalena Schaffrin

Magdalena ist Deutschlands wichtigste Nachhaltigkeitsakteurin und meine persönliche Eco-Ikone. Sie hat nicht nur dazu beigetragen, dass ich heute das tue, was ich tue. Ich war bei ihrem ersten Greenshowroom, den sie vor über zehn Jahren gemeinsam mit Jana Keller während der Berlin Fashion Week im Hotel Adlon organisiert hat. Mit 16 Brands. Zwei Jahre später wurde ihr Konzept von der Messe Frankfurt gekauft. Die Ethical Fashion Show aus Paris kam später dazu und seit 2019 ist das nachhaltige Messeduo, das die die gesamte Branche verändert hat, zur NEONYT (sprich: neonüt) fusioniert.

Magdalena ist Deutschlands wichtigste Nachhaltigkeitsakteurin und meine persönliche Eco-Ikone.

Heute ist sie unter anderem Creative Director der NEONYT, dem globalen Hub für Mode, Innovation und Nachhaltigkeit. Dass seit Juli 2019 auch andere Messen in Berlin das Thema Nachhaltigkeit groß in ihrer Kommunikation spielen, tut dem maximalen Erfolgskurs der NEONYT keinen Abbruch. In der DNA hat schließlich nur die NEONYT das Thema.

Mirjam Smend: Ihr habt ja nicht nur den Namen geändert, sondern an ein paar Stellschrauben gedreht. Was ist denn seit Juli 2019 „neoneu“?
Magdalena Schaffrin: Wir kommen von den beiden Veranstaltungen Greenshowroom und Ethical Fashion Show. Seit wir beide Veranstaltungen in eine Location gezogen haben, haben wir die doppelte Kommunikation, getrennte Websites, getrennte Pis, zwei Instagram-Kanäle. Und am Ende wussten die Leute nicht, auf welcher Veranstaltung sie gewesen sind.

Mirjam Smend: Und dann?
Magdalena Schaffrin: Den Namen nach zehn Jahren zu verändern war ein großer Wunsch von mir. In Kombination mit einem neuen Konzept. Wir haben uns zu einer Strategierunde zusammengesetzt und uns gefragt, wie eine Messe in der Zukunft aussieht. Was muss eine Messe leisten? Was haben wir für Potenziale? Das Messewesen steckt genauso wie der Einzelhandel und viele weitere Branchen in einer Krise. Dann haben wir den Hub entwickelt, dessen Kernstück die Messe ist. Die Labels sind deutlich kuratierter, modischer. Genauso wie die Kommunikation. Wir müssen aufhören über nachhaltige Mode zu reden. Aber das dauert wahrscheinlich noch 20 jahre.

Wir müssen eine Sprache für diese Art von Mode entwickeln. – Vanessa Friedman

Mirjam Smend: Nachhaltig ist ja auch ein fürchterlich sprödes und abgenutztes Wort.
Magdalena Schaffrin: Vanessa Friedman sagt auch bei jedem Copenhagen Fashion Summit, dass wir eine Sprache für diese Art von Mode entwickeln müssen. Wir müssen die richtigen Worte finden, um sie zu beschreiben. Auch für die Klarheit in der Kommunikation brauchen wir einheitliche Worte. Wir reden alle über grün. Grün ist was anderes als ethical. Aktuell nutze ich deshalb wieder „Nachhaltigkeit“. Weil es einfach der umfassendste Begriff ist, weil es alle Aspekte miteinschließt. Als wir noch beide Veranstaltungen gemacht haben, haben wir über eco-faire Mode gesprochen, um klarzustellen, dass es um beide Aspekte geht. Heute ist das ja im Verständnis drin.

Magdalena Schaffrin
© NEONYT/Messe Frankfurt

Mirjam Smend: Du hattest auch Dein eigenes Label und hast deshalb Insights von der Designer Seite. Gab es früher schon mal die Bestrebung in Richtung Nachhaltigkeit zu arbeiten?
Magdalena Schaffrin: 2009 gab es eine Stimmungslage, die dem Thema Luft gegeben hat. Es gab plötzlich die Lohas als neue Zielgruppe, über die viel geschrieben wurde. Mit der Finanzkrise waren viele Leute in einer Sinnkrise und haben Fragen gestellt. Da kam ganz schön Schwung rein und es wurde viel diskutiert. Dann haben einige angefangen an dem Thema zu arbeiten und habenfestgestellt, dass das alles gar nicht so einfach ist.

Ich hatte gedacht, dass wir in 10 Jahren die Mode deutlich stärker verändert bekommen.

Mirjam Smend: Und jetzt gibt es einen neuen Anlauf?
Magdalena Schaffrin: Jetzt haben wir wieder so ein Momentum. Das Thema kommt noch größer, weil es gesellschaftlich ganz anders verankert ist. Auch durch die junge Generation, die jetzt auf die Straße geht und fordert, dass wir diese Erde retten und das Klima in den Griff bekommen. Natürlich auch über die Vereinten Nationen und die Politik, die das Thema pushen und die Firmen, die mit ihren Initiativen rausgehen. Deshalb habe ich das Gefühl, dass das Thema omnipräsent ist. Wenn man aber wirklich unter dem Strich schaut, wie sich das Thema verändert hat, ist es immer noch viel zu wenig. Ich hatte gedacht, dass wir in 10 Jahren die Mode deutlich stärker verändert bekommen.

Mirjam Smend: Das Angebot und der Wunsch es anzunehmen ist größer – wieso kommt es dann doch nicht im Kleiderschrank der Konsumenten an?

Magdalena Schaffrin: Diese Mind Behavior Gap gab es vor 10 Jahren auch schon. Warum sagen eigentlich alle Leute in den Umfragen immer, dass sie nachhaltig konsumieren wollen und tun es dann doch nicht? Sie wollen mehr Geld ausgeben und tun es dann doch nicht. Ich glaube, dass Mode ein so emotionales Thema ist, dass unsere Psychologie uns ein Schnäppchen schlägt. Wenn ich konsumiere, werden Glückshormone ausgeschüttet.

Konsum macht süchtig, wie Schokolade oder andere Suchtmittel.

Es macht süchtig, wie Schokolade oder andere Suchtmittel. Man möchte sich dieses gute Gefühl erkaufen. Das ist eine ganz andere Aktion als mit dem Kopf ranzugehen und zu sagen „ich möchte nachhaltiger leben“. Eigentlich möchte ich keine Süßigkeiten essen und dann isst man sie doch, wenn sie dastehen, weil man einem Impuls folgt. Nur wenn nachhaltige Produkte diese Attraktivität besitzen, werden sie auch mit dem Impuls gekauft. Das ist der Schlüssel.

Magdalena Schaffrin
© Stefan Knauer, Getty Images for NEONYT

Mirjam Smend: Soll man dann gar nicht mehr kommunizieren, dass ein Produkt nachhaltig ist?
Magdalena Schaffrin: Es gibt ja Brands, die nachhaltig produzieren und nicht darüber sprechen.

Mirjam Smend: Zurück zu dem was Du damals gegründet hast. Du hast damals, als Du mit Jana Keller den Greenshowroom gegründet hast, etwas gesehen, was heute aktueller ist denn je, nämlich dass nachhaltig nicht öko aussieht. Gibt es diese Brands denn heute noch?
Magdalena Schaffrin: Das habe ich tatsächlich nicht vollständig auf dem Schirm. Aber ich weiß, dass keine der 16 Brands, die damals bei uns ausgestellt haben, heute auf der NEONYT ist.

Mirjam Smend: Was machen die Brands heute anders als damals?
Magdalena Schaffrin: Ich habe viele Brands kommen und gehen sehen. Aber ich muss sagen – und diesen Unterschied spürt man tatsächlich sogar zwischen Januar und jetzt (Juli) – dass sich die Branche professionalisiert. Die Brands machen sich Gedanken über ihren Markenauftritt. Die Kollektionen werden kommerzieller, die Stände sehen anders aus. Es gibt auf einmal eine andere Auswahl und größere Kollektionen. Man merkt, dass die Labels wachsen. Es gibt anscheinend eine gesteigerte Nachfrage.

Magdalena Schaffrin
© NEONYT/Messe Frankfurt

Mirjam Smend: Du hast aus der Intention heraus gegründet, mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken.
Magdalena Schaffrin: Jana Keller und ich haben damals eine Plattform gesucht, auf der wir uns repräsentiert fühlten. Die haben wir nicht gefunden. Wir wollen nicht auf eine Öko-Messe, aber auch nicht auf eine konventionelle Messe. Die hatten das Thema zwar auch schon aufgegriffen, aber nicht mit der Ernsthaftigkeit, die wir uns gewünscht hätten. Dann haben wir eine Veranstaltung gemacht, die sich ausschließlich auf coole, hochwertige, schöne und nachhaltig produzierte Mode spezialisiert. Das war neu.

Wir haben eine Veranstaltung gemacht, die sich ausschließlich auf coole, hochwertige, schöne und nachhaltig produzierte Mode spezialisiert.

Mirjam Smend: Das waren 16 Brands im Hotel Adlon und jetzt sitzen wir zehn Jahre später im Kraftwerk mit 170 Brands. Ist ein Traum für Dich in Erfüllung gegangen?
Magdalena Schaffrin: Mich beeindrucken ja Zahlen nicht so sehr. Mir ist es nicht so wichtig, dass wir sehr, sehr viele Marken haben und die größte Plattform sind und andere Superlative kommunizieren. Mir ist wichtig, dass parallel zu der coolen und klaren Kommunikation die mit der Neuausrichtung entwickelt haben, die Qualität stimmt. Und das sollte sich auch im Ausstellerportfolio widerspiegeln.

Mirjam Smend: Im Januar war erstmals Eure Show in der offiziellen MBFW Schauenlocation. Da hattet Ihr das Thema Wasser als zentrales Thema. Diesmal war es Denim. Wieso Denim?
Magdalena Schaffrin: Unser Oberthema war weiterhin für das restliche Jahr Wasser. Das Thema für 2020 ist Luft. Die großen Elemente, die die Branche am meisten umtreiben – Luftverschmutzung, Wasserverbrauch. Wir wollten das Thema Denim im Sommer stärker verankern, weil Denim ein Material ist, das sehr viel Wasser verbraucht. Es gab auch ein paar Formate zu dem Thema. Ein perfektes gestalterisches Thema zusätzlich zu den anderen Gesichtspunkten auf der Modenschau.

Das Thema für 2020 ist Luft. Die großen Elemente, die die Branche am meisten umtreiben – Luftverschmutzung, Wasserverbrauch.

Magdalena Schaffrin
© Stefan Knauer, Getty Images for NEONYT

Mirjam Smend: Seit Januar sitzen ja auch die Vertreterinnen der großen Modemagazine in der ersten Reihe und reden anschließend auf Doppelseiten und ganzen Strecken über Eure Show. Was war das größte Kompliment das du für die Show bekommen hast?
Magdalena Schaffrin: Das erste Feedback nach der Show? Eine Journalistin hat mir gesagt, wie überrascht sie war. Damit hätte sie nie gerechnet. Nächstes Mal möchte sie noch größer darüber berichten. Auch im Vorfeld schon.

Mirjam Smend: Eco oder öko – wie sexy ist nachhaltige Mode? Wie sexy findest Du sie denn?
Magdalena Schaffrin: Genau dafür stehen wir: Für Sexiness, für Coolness, die Modernität. Da geben wir uns alle Mühe, auch natürlich mit der Show, mit der wir eine andere Zielgruppe erreichen, als hier in der Messearea.

Wir stehen für Sexiness, für Coolness, die Modernität.

Mirjam Smend: Die Brands, die Ihr in der Show zeigt, sind nicht alles NEONYT Brands.
Magdalena Schaffrin: Wir haben hier auf der Messe ein Markenportfolio. Man könnte auch daraus eine Show machen, aber dann haben wir in dem Sinne nichts Neues. Wir machen die Show mit ca. 80 Brands, die nicht unbedingt Aussteller sind. Wir wollen das Image verändern und Bilder in die Welt schicken. Nicht alle diese Brands wollen und können hier ausstellen, weil sie in Berlin nicht ihre Absatzmärkte haben.

Mirjam Smend: Und wie korrespondiert das mit dem Hub?
Magdalena Schaffrin: Mit dem Hub wollen wir in möglichst viele Richtungen kommunizieren: Mit der Konferenz wollen wir viele Leute und Formen aus den Lieferketten reinholen. Wir wollen über technologische Innovationen reden. Am einen Ende stehen quasi die zwei Microfactories am anderen Ende die Fashionshow. Das spricht ganz unterschiedliche Zielgruppen an und kreiert unterschiedliche Bilder.

Mit dem Hub wollen wir in möglichst viele Richtungen kommunizieren.

Mirjam Smend: Ihr habt ja, wie auch ARD und ZDF einen Informationsauftrag. Ihr seid das zentrale Medium, um das Thema weiterzubringen. Das ist schon eine große Verantwortung.
Magdalena Schaffrin: Andere gehen auch in die Nachhaltigkeitskommunikation hier in Berlin. Das sind ja nicht nur wir. Wir haben die Kompetenz über zehn Jahre. Wir kennen die Lieferketten gut und haben Anschluss an das TexpertiseNetwork der Messe Frankfurt. An die ist das Thema Nachhaltigkeit nicht erst mit der Übernahme des Greenshowroom und der Ethical Fashion Show in Paris herangekommen. Die Messe Frankfurt hatte das auch schon vorher auf ihren Textilmessen mit der Green Directory, in der nachhaltige Produzenten aufgelistet wurden, integriert. Wir wissen was wir tun.

Teil 2 des Interview folgt nach der NEONYT…

Influencer-Marketing: GREENSTYLE panel @ NEONYT

Influencer-Marketing

Perfect match oder bloß ’ne Bubble?

Dass die Weltleitmesse für nachhaltige Mode NEONYT (und einziger Winner der Berlin Fashion Week) unser Partner auf der GREENSTYLE ist, erfüllt uns mit maximalem Stolz. Dass wir dort zum zweiten Mal – diesmal in der neuen Location im Hangar 4 in Tempelhof – ein Panel hosten dürfen … grandios. Unser Thema? Influencer-Marketing.

Instagram ist DIE Plattform für #zeitgeist Marketing. Unternehmen investieren hohe Summen, damit Influencer Unterwäsche, Cremes, Tofuburger & Co. aufwändig inszenieren. Aber sind Influencer ernstzunehmende Idole oder hat der Insta-Hype zu einer Überdosis an inhaltsbefreiten Feeds geführt? Mirjam Smend (GREENSTYLE munich) spricht mit Bloggerin, Coach und Sustainable Enthusiast Kim Gerlach (sun&rise), Alex Zykunov, Redaktionsleiterin Brigitte be green, und Dirk Meycke, Art Director von PHYNE, über die Bedeutung, die Entwicklung und den Sinn von Influencer-Marketing und stellt die Frage, welche Rolle Sinn- & Greenfluencer hier spielen (können).

Kim Gerlach | sun & rise

Nachhaltigkeit möchte Kim Gerlach ästhetisch anspruchsvoll(er) gestalten und leichter verständlich machen. Dazu hat sie 2015 ihren Blog Kim goes eko ins Leben gerufen. Inzwischen lebt Kim in Schweden, hat ihre Seite umbenannt in „sun&rise“ und hat ihre Finger überall im Spiel: als Startup-Coach für Social Innovation und Sustainability, als Moderatorin, als Co-Founder von VinoKilo, als Supporter/Berater der Helsinki Fashion Week

Influencer-Marketing
Kim Gerlach

Alex Zykunov | BRIGITTE be green

Berliner Zeitung, Financial Times Deutschland, Welt am Sonntag, Nido, Brigitte, UniSPIEGEL, Maxi, BILD.de, WDR, ZDF New York – die Liste der Zeitungen und Magazine, bei denen Alex Zykunov ihren redaktionellen Fußabdruck hinterlassen hat, ist lang. Heute ist die diplomierte Psychologin, Publizistin und Politikwissenschaftlerin als Redaktionsleitung für BRIGITTE be green, dem neuen Nachhaltigkeitsmagazin von Gruner + Jahr, tätig.

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Alex Zykunov

Dirk Meycke | PHYNE

Als Art Director hat Dirk Meycke diverse High Fashion Shootings namhafter Brands verantwortet. Als Co-Founder und Creative Director bringt er diese Expertise jetzt in die Eco Brand PHYNE ein und stattet sie mit jeder Menge emotionalem Style aus. Klar, dass die Kampagne von Joachim Baldauf geshootet wurde. Eine Capsule Collection mit Style-Ikone Veronika Heilbrunner entstanden ist. Denn ja: Deutsche Street Couture à la Vetements geht eben auch in nachhaltig.

Influencer-Marketing
Dirk Meycke

Mirjam Smend | GREENSTYLE munich

16 Jahre hat Mirjam Smend für Highfashion-Magazine gearbeitet. Heute schreibt die Fair Fashion Enthusiastin über nachhaltige Mode auf ihrem Blogzine my-GREENstyle.com und für Magazine wie VOGUE.de etc., engagiert sich als Fashion Revolution Ambassador und hat GREENSTYLE munich fair and conference, die vom 13. Bis 15. März 2020 zum vierten Mal stattfindet, gegründet. Ihre Vision: „Let’s make eco the new normal“.

Influencer-Marketing
© Son de Flor

Influencer-Marketing: Perfect match oder bloß ’ne Bubble?

@NEONYT, Hangar 4, Tempelhof (PrePeek Area)

Mittwoch, 15.1.2020, 13.30 bis 14.30 Uhr

Eintritt nur für Fachbesucher, Aussteller und Presse/Blogger mit Akkreditierung

Influencer-Marketing