Veganer Lederersatz: Appleskin

Schuhe, Taschen und Accessoires aus Leder kann man auch aus Appleskin machen. Der Südtiroler Hannes Parth hat dieses ebenso innovative wie vegane Material mit seinem Start-up Frumat in jahrelanger Tüftel-Arbeit entwickelt. Inzwischen wird es auch in der Mode eingesetzt.

Appleskin entsteht aus industriellem Biomüll. Hergestellt wird der vegane Lederersatz aus den Resten nach der Saftpresse, die sonst in den Sondermüll gehen würden. Statt entsorgt zu werden, wird der Abfall zu einem Material, das gerade dabei ist, den Markt zu erobern. Ausgezeichnet wurde es  schon: in der Kategorie „Innovation and Technology“  bei den Green Carpet Fashion Awards in Mailand. Wer sich davon überzeugen möchte, dass Appleskin auch richtig gut aussieht, findet inzwischen schon einige Beispiele. So wie die zeitgeistigen Taschen von Nuuwaï.

„Mit Appleskin machen wir ein Upcycling von einem Abfallprodukt in ein neues Rohmaterial“

Eingefärbt wird das Material mit natürlichen Pigmenten. Appleskin wird nachhaltig und unter fairen Bedingungen produziert. Es findet seit 2015 Anwendung in der Buchbinderei als Einbandmaterial und inzwischen auch in der Mode-, Möbel- und Automotive-Industrie. Produziert wird in Italien, Hauptmärkte aber sind vor allem die Länder, für die Nachhaltigkeit schon jetzt ein wichtiges Thema ist, wie Nordeuropa und Nordamerika.

„Wir bieten eine nachhaltige und ethische Produktion“

Bei der Umwandlung von Müll in Rohstoff kommt bei Frumat alles zur Anwendung. Ob bei der Produktion des Produktes alles zur Anwendung kommt, ist abhängig vom jeweiligen Design .

„Wir schließen den Kreislauf des Apfels. Beim Produkt hängt es vom Design ab, ob alles recyclebar ist. Deshalb ist es wichtig, das sich auch Designer mit dieser Thematik beschäftigen.“

Die Corona-Zeit ist sowohl für Hannes selbst als auch für sein Unternehmen eine Herausforderung. Die Produktion wurde unterbrochen. Er widmet sich daher Dingen, für die bisher zu wenig Zeit war. Der ersten Website, dem Design und der Entwicklung neuer Materialien und Anwendungen. Doch all das muss gut geplant werden, denn sowohl er als auch seine Frau arbeiten Vollzeit und haben derzeit vier kleine Kinder durchgehend zuhause. Den Blick in die Zukunft sieht der Bozener für nachhaltige Themen sehr positiv.

Interview „Auf den Apfel gekommen“ von Susanne Barta mit Hannes Parth auf franzmagazine